Aus dem Netz gefischt
30. Mai 2009 von Siegfried Brzoska
… habe ich unter “Die Internationale Liste prominenter Ex-Waldorfschüler (…und Waldorfeltern)” ein Portrait von Nils Tönshoff aus dem Jahr 2004. Mit dem ok von Nils hier nun das Portrait:
Nils Tönshoff
Rudolf Steiner-Schule Dortmund
Hallo, ich heiße Nils Tönshoff, bin 1967 in Karlsruhe geboren und in Dortmund aufgewachsen.Nachdem ich 3 Jahre lang die Kerschensteiner Grundschule besucht hatte, wechselte ich 1977 zur Rudolf-Steiner-Schule in Dortmund. Diese schloß ich 1987 mit dem Abitur ab. Danach folgten 3 Semester Studium der Betriebswirtschaftslehre (Vordiplom) in Bayreuth, 8 Semestser Studium des Maschinenbaus (Diplom) in Karlsruhe und ein Doktorstudium der Betriebswirtschaftslehre an der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung (WHU) in Vallendar bei Koblenz am Rhein und am Massachusetts Institute of Technology in Cambridge, USA. Seit ich im September 1996 meine Dissertation abgeschlossen habe, arbeite ich bei der BMW AG in München.
Hier zunächst im Forschungs- und Innovationszentrum (FIZ) in der Technischen Planung. Seit August 1996 bin ich verheiratet und im Juni 1998 bekamen wir unseren ersten Sohn Kilian. Von 1999-2001 wohnten und arbeiteten wir in den USA, im BMW-Werk in Spartanburg, South Carolina. Kurz vor der Rückkehr nach Deutschland kam im Dezember 2000 Jakob zur Welt.
Nach einem 3-jährigen Job wieder im FIZ (Steuerstelle der Montagen) wechselte ich Anfang 2004 in das Werk München, um dort die Leitung der physischen Logistik zu übernehmen.
Ab Herbst 2005 besucht Kilian die Rudolf-Steiner-Schule in Gröbenzell. Der Kreis schließt sich…
Soviel zu meinem Werdegang. Gedacht ist er für Eltern von Kindern, die sich nicht so recht entscheiden können, ob ihr Kind eine Waldorfschule besuchen soll und ob es “danach” für eine “Karriere” in der harten Wirklichkeit gerüstet ist. Ich kann also nur hoffen, daß diese Site auch von Nicht-Waldorflern besucht wird und bin dann für jede Frage offen.
Email: b.toenshoff@gmx.de
8. August 2004
Anbei noch ein Foto von Nils mit seinen beiden Söhnen.
Vielleicht wird es auch noch eine aktuelle Ergänzung von Nils geben. Lasst euch überraschen.


Diese Waldorf-Biografie ist sicherlich sehr positiv, aber mitnichten repräsentativ!
Ob man (oder frau) nach Bendigung der Schulzeit für die “harte Wirklichkeit” gerüstet ist, hängt nach meiner Erfahrung nicht nur von der Schulform ab, sondern auch von der eigenen Konstitution und den individuellen Erfahrungen während der Schulzeit. Und last but not least sind es auch die Lehrer, die durch ihr pädagogisches Handeln (oder eben auch Nichthandeln!) einen großen Einfluss auf die Lebenstüchtigkeit ihrer Schüler haben.
Leider werden aber die wenigsten Waldorfschulen- wenn überhaupt eine- und Lehrer dem eigenen elitären Anspruch, nämlich der “Erziehung zur Freiheit” (was auch immer das sein mag) überhaupt gerecht. Allein die Anhäufung von künstlerischen Elementen und der Epochenuntericht machen noch keine herausragende, oder sogar lebensertüchtigende Pädagogik.
Auch der Eurhythmieabschluss in der 12. Klasse testiert keinerlei Qualifikationen für das Leben nach der Schulzeit, sondern beweist lediglich, dass der Kunstbegriff außerordentlich dehnbar und sehr geduldig ist…
Meine persönlichen Erfahrungen jedenfalls sind keineswegs durchweg positiv, sondern geprägt von jahrelangem Mobbing durch Mitschüler und absolutem Desinteresse seitens der Lehrer- von wenigen Ausnahmen einmal abgesehen. Summa sumarum also eine ziemliche Mogelpackung…